Sie haben eine Eigentumswohnung in einem Neubau mit modernem Standard erworben und genießen so richtig Ihr neues Zuhause. Aber damit dies auch so bleibt, sollten sie einige Ratschläge beherzigen. Denn das Wohnen in einem Neubau kann so einige Herausforderungen mit sich bringen.

Heizen und Lüften im Neubau

Gerade in Neubauwohnungen ist es wichtig den Fokus von Anfang an auf bewusstes Heizen und Lüften zu richten. Neben der alltägliche produzierten Feuchtigkeit die durch Kochen oder Duschen entsteht, gibt das frische Mauerwerk zunächst noch immer Feuchtigkeit ab. Diese Feuchtigkeit  wird auch – Restbaufeuchte – genannt.

Effiziente Wärmeschutzmaßnahmen tragen dazu bei, dass Neubauten heute – dichter – sind als vor 30 Jahren. Gut gedämmte Fassaden, Fenster und Türen verhindern dass verbrauchte und feuchte Luft nach draußen entweicht.

Um eine zu hohe Raumluft und das Wachstum von Schimmelpilzen zu vermeiden, ist es wichtig durch ausreichendes Lüften für ein gutes Klima im Innenbereich des Hauses zu sorgen und auf diese Weise den Trocknungsprozess positiv zu beeinflussen.

Viele Eigentümer oder Mieter befinden sich immer noch in dem Irrglauben, Heizkosten zu sparen indem weniger gelüftet bzw. geheizt wird. Regelmäßiges Lüften ist wichtig, denn nur dadurch kann die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft entweichen und für ein ausgewogenes Klima in den Räumen sorgen. Dies ist nur dann zu erreichen, wenn die Raumtemperatur nicht zu kühl ist. 

Denn Sie möchten sich doch schließlich in Ihrem neuem Zuhause wohlfühlen und das Wohnen in einem Neubau sollte doch möglichst entspannt sein.

Feuchtigkeit liegt in der Luft

Gezielt lüften und Schimmelpilzbefall vermeiden

Moderne Neubauten sind – dichter – als früher. Es gibt keinen ungewollten Luftaustausch zwischen drinnen und draußen. Um die verbrauchte Luft, die Feuchtigkeit in der Wohnung, Staub, Gerüche und Schadstoffe hinaus zu befördern ist es enorm wichtig, dosiert und häufiger zu lüften.

  1. Denken Sie an Ihr Auto wenn die Scheiben beschlagen sind. Bei beschlagenen Scheiben Ihres Autos müssen Sie dringend lüften.  Das gleiche Prinzip gilt auch für Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung.
  2. Einen intensiven Luftaustausch erreichen sie nur durch eine Stoß-oder Querlüftung. Stoß-bzw. Querlüftung bedeutet, dass Sie die Fenster kurz vollständig öffnen.  Am effizientesten ist es, Fenster auch auf den gegenüberliegenden Seiten zu öffnen und komplett durchlüften.
  3. Wenn Sie bei geschlossenem Fenster schlafen, empfiehlt es sich am Morgen einmal richtig zu lüften, denn über die  Atemluft und die Haut gibt der Körper pro Nacht bis zu ein halben Liter Feuchtigkeit ab.
  4. Um einen vollständigen Luftaustausch zu erhalten, lüften Sie die Räume zwei-bis viermal täglich. Das Wetter spielt dabei keine Rolle.
    Bei kaltem Wetter oder im Winter reichen bereits fünf bis 10 Minuten. Im Frühjahr oder Herbst können Sie auch länger lüften.
  5. Wie oft und wie lange Räume gelüftet werden müssen hängt von der Nutzung der Räume ab. Beim Baden, Duschen und Kochen entstehen sogenannte “Feuchtspitzen”, hier sollte umgehend gelüftet werden. Ist in Ihrem Bad eine Lüftungsanlage installiert, übernimmt diese die Lüftung.
  6. Wollen Sie Ihre Wärme nicht zum Fenster hinaus pusten, stellen Sie vor dem Lüften die Heizung niedriger oder ganz ab.
  7. Gekippte Fenster sind keine Alternative zum Lüften!! Durch ständig gekippte Fenster erfolgt keine effektiver Luftaustausch in der Wohnung. Dafür sorgt nur ein gezieltes Stoß-bzw. Querlüften. Dauerlüften aufgrund ständig gekippter Fenster führt zu einem hohen Energieverbrauch, zusätzlich wird das Risiko für Schimmelpilzbefall wird erhöht.

Richtig heizen ist wichtig

Neubauten haben aufgrund der Restbaufeuchte höhere Feuchtigkeitswerte als Altbauten. Da in der Bauphase mit extrem viel Wasser gearbeitet wird, sei es der natürliche Feuchtigkeitsgehalt von Baustoffen, Mörtel, Fliesenkleber oder Abbindewasser für den Beton, ist das Heizen in Wohnungen von Neubauten extrem wichtig.

Die Feuchte in Innenräumen sind der Nährboden für Schimmelpilze. Schimmelpilze gefährden nicht nur Ihre Gesundheit sondern können auch die Bausubstanz angreifen und schädigen. Durch Einhaltung von Raumtemperaturen zwischen 18 und 24 Grad C entfernen Sie die Restbaufeuchte Ihrer Neubauwohnung innerhalb eines halben bis dreiviertel Jahres.

Empfohlen werden nachfolgend Luftfeuchte und Raumtemperaturen:

Wohnräume 20 bis 23°C Luftfeuchte 40 – 60%
Schlafzimmer 17 bis 20°C Luftfeuchte 40 – 60%
Küche 18 bis 20°C Luftfeuchte 50 – 60%
Badezimmer 20 bis 23°C Luftfeuchte 50 – 70%
Kinderzimmer 16 bis 18°C Luftfeuchte 40 – 60%

Auch nach der Austrocknungsphase sollten die obigen Richtwerte eingehalten werden, da die meiste Feuchtigkeit in der Raumluft von Ihnen selbst verursacht wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass in einem 3-Personenhaushalt durch tägliches duschen, kochen, spülen und Wäsche trocknen, täglich bis zu 8 Liter Feuchtigkeit zusammen kommen.

Sie lieben Ihr neues Zuhause und wollen dass dies auch so bleibt? Sie möchten Behaglichkeit, ein gesundes Raumklima und ohne Schimmelbefall?

Beherzigen Sie die obigen Informationen, diese helfen Ihnen, Ihre neue Wohnung ohne Schimmelbefall und gesundheitliche Schäden noch lange zu genießen.

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